Woher kommen diese Schmerzen?!
... unerklärlich?
Was trotzdem helfen kann:

Kennen sie das Problem, wenn sie ihren Kopf nicht mehr richtig bewegen können und er sich anfühlt als ob er gleich abbricht? Um beim Ausparken nach Hinten zu schauen müssen Sie den ganzen Oberkörper drehen, weil der Schmerz so stark ist. Ausserdem haben Sie Kopfschmerzen und Sie wissen nicht, was Sie dagegen unternehmen sollen?

Das haben tatsächlich schon einige Menschen erlebt und viele haben regelmässig damit zu kämpfen, dass irgendwo am Körper Schmerzen und Bewegungseinschränkungen vorhanden sind. Meistens hoffen die Betroffenen, dass ein Arztbesuch oder der Besuch beim Physiotherapeuten,Osteopathen oder Chiropraktor helfen wird.

...aber der nächste freie Termin steht erst Ende der Woche zur Verfügung oder erst in paar Wochen? ... Wie zur Hölle sollen Sie mit diesen Schmerzen noch die restlichen Tage überstehen? Was kann man jetzt bitte noch selber tun ?

Nicht unwahrscheinlich ist, dass Sie aus einer bekannten oder unbekannten Ursache heraus eine starke fasziale Spannung mit Triggerpunkten entwickelt haben, die Sie daran hindert den Kopf beschwerdefrei zu bewegen. Was ist aber eine fasziale Spannung? ... und was sind Triggerpunkte??

Um zu verstehen was sie dagegen tun können schauen wir uns kurz genauer die Bedeutung von Faszien und Triggerpunkten an.
Was sind eigentlich Faszien?

Faszien sind ein Synonym für Bindegewebe. Hierzu gehören Bänder, Sehnen, Kapseln sowie andere hüllenähnliche Strukturen, deren Funktion es ist, alles im Körper miteinander zu verbinden. Sie umhüllen Muskeln und Organe. Sie stützen und schützen diese Strukturen. Sie geben ihnen Form und Halt. In diesem Fasziennetzwerk verlaufen auch wichtige Strukturen wie Blutgefäße, Nervenbahnen und Lymphgefäße.
Ist eine Faszienspannung vorhanden, kann jede der genannten Strukturen eine Reaktion darauf zeigen. So kann es beispielsweise sein, dass ein Körperteil sich immer kühl anfühlt, weil eine Faszienspannung ein Blutgefäß irritiert. Ebenso könnte es sein, dass Ihnen manchmal die Hand oder ein Finger einschläft oder kribbelt weil eine derartige Spannung einen wichtigen Nerv irritiert. Es kann aber auch sein, dass eine alte Verletzung nicht richtig abschwillt, weil eine Spannung den Lymphabfluss stört und so eine Stauung (Schwellung) verursacht. Man sieht also wie stark der Einfluss dieses Fasziennetzwerkes auf den Körper ist.

Das ist aber nicht alles. Weiterhin dient das Fasziensystem auch als Informations- und Kommunikationssystem mit dem Gehirn. Überall in den Faszien befinden sich kleine Sensoren (Propriozeptoren), die ständig Informationen an unser Gehirn übermitteln: z.B. wie schnell sich ein Gelenk bewegt, welche Position gerade ein Körperteil im Raum einnimmt oder welche Kraft gerade aufgebracht werden muss, damit wir den Arm überhaupt heben können. Ohne diese Informationen aus den Faszien könnte unser Gehirn garnicht die richtige Antwort schicken, wie z.B. die optimale Anspannung der Muskulatur, damit wir den Arm überhaupt so heben können wie wir es auch wollen.

Wenn wir nun eine erhöhte fasziale Spannung haben, kann das unseren Bewegungsablauf stören und behindern. So kann es sein, dass wir bestimmte Bewegungen nicht mehr sauber und ökonomisch ausführen können. Bleibt dieses unökonomische Bewegungsmuster bestehen, kann das zu Überlastungen und Reizungen anderer Strukturen führen (z.B. an Sehnenansätzen) und im Extremfall in einer Verletzung wie eine „Zerrung“ oder einen Muskelfaserriss resultieren.

... aber was zählt nun alles zu einer faszialen Spannung?

Muskeln und Faszien sind eng verbundene Elemente eines Systems. So ist all das, was wir im Volksmund als Verspannung, Muskelkater, Überbelastung oder Zerrung nennen auch eine fasziale Spannung.
Was sind Triggerpunkte?

Als Triggerpunkt bezeichnet man schmerzhafte Spannungen innerhalb eines Muskels. Aufgrund eines Sauerstoffmangels im Gewebe kommt es zu einer eingeschränkten Energieversorgung des Muskelgewebes. Die Folge ist ein fester, schmerzhafter Knoten der uns Probleme bereitet.

Ursachen dafür können ein direktes Trauma sein. Z.B.: Eine Muskelverletzung, direkte Gewalteinwirkungen beim Sport, durch einen Unfall, akute Überdehnungen der Muskulatur, akute und chronische Überbelastung und Vieles mehr.

Anfangs kann sich ein Triggerpunkt unauffällig verhalten. Er kann jedoch durch äussere Stressoren wie Kälte, Nässe oder Zug am Gewebe aktiviert werden und so zu einem schmerzhaften Problem werden. Das kann sich darin zeigen, dass wir unseren Kopf nur noch unter Schmerzen bewegen können.

Wie Sie Ihre Schmerzen besser verstehen und was Sie dagegen tun können.

Der Zusammenhang zwischen den Faszienspannungen und den Triggerpunkten besteht darin, dass sie in einer ständigen Wechselbeziehung zueinander stehen. So können gespannte Faszienstrukturen einen muskulären Triggerpunkt verursachen. Umgekehrt können Spannungsänderungen der Muskulatur fasziale Spannungen verursachen. Man muss also immer Beides zusammen betrachten.

Triggerpunkte und fasziale Spannungen spielen eine erhebliche Rolle bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen von Extremitäten und Wirbelsäule. Es kann also sein, dass Ihre Probleme durch diese Spannungen verursacht werden. Es kann jedoch auch nur ein Symptom darstellen, hinter dem sich ein anderer Auslöser verbirgt.

Bitte lassen Sie länger anhaltende Probleme, die sich selber nur geringfügig beeinflussen lassen, immer ärztlich und therapeutisch abklären, um der Ursache auf den Grund zu gehen.
Eigenbehandlung:

Triggerpunkte lassen sich relativ gut lokalisieren, auch wenn der Schmerz sich oft über ein gewisses Areal ausbreitet.
1
Testen sie eine Bewegung und überpurüfen Sie woher der Schmerz kommt und wie stark die Bewegung eingeschränkt ist. Anhand unseres oben genannten Beispiels testen sie die Kopfdrehung nach rechts und links.

2
Suchen sie die schmerzhafte Stelle mit Hilfe von einem Gegenstand wie z.B. einem kleinen Ball, indem Sie das Areal langsam abrollen (z.B. im Schulterblattbereich mit Druck über eine Wand), bis sie den Hauptschmerzpunkt (Triggerpunkt) gefunden haben. Dieser löst sofort Ihren bekannten Schmerz aus. Eventuell kann dieser in alle Richtungen ausstrahlen. Bleiben Sie solange darauf bis der Schmerz weg ist. Wichtig: Drücken sie nur so fest auf den Punkt, wie Sie auch das Gefühl haben, dass sich der Schmerz beeinflussen lässt und mit der Zeit weniger wird. Zu starker Druck sorgt Aufgrund des zu starken Schmerzes für eine reflektorische Anspannung der Muskulatur und der Schmerz verschwindet nicht.

3
Testen Sie die Bewegung erneut. Hat sich etwas verändert? Lässt sich der Kopf besser drehen? Hat der Schmerz nachgelassen? Wenn sie zufrieden mit dem Ergebnis sind geht es weiter zu Punkt 4. Ansonsten wiederholen Sie den Vorgang und suchen Sie weitere Stellen heraus.

4
Dehnen Sie den betroffenen Muskel im Anschluss, damit weiterhin eine Stoffwechselsteigerung (Mehrdurchblutung) stattfinden kann und sich restliche „Verklebungen“ (auch Adhäsionen genannt) besser lösen können. Wählen Sie dazu am besten eine aktiv dynamische Dehnung, um zusätzlich gestörte Bewegungsmuster (Aufgrund der Schmerzen entwickelt man sog. kompensatorische Muster und Bewegungsabläufe ) wieder neu angebahnt werden. Das können Yoga-/ Pilatesübungen oder einfache bekannte Dehnungen sein. Führen Sie diese Dehnung mehrmals täglich durch.

Seien Sie sich bewusst darüber, dass am nächsten Tag ein muskelkaterähnliches Gefühl, sowie blaue Flecken auftreten können. Wiederholen Sie die Behandlung bei starker Druckempfindlichkeit des Gewebes erst wieder wenn sich alles beruhigt hat - nach ca.1-3 Tagen.

In meinen Videos zeige ich immer wieder einige Beispiele die Ihnen helfen können.